DE:Lowest Astronomical Tide

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Lowest Astronomical Tide, kurz LAT, ist eine international genormte Referenzgrösse zum Messen der Wassertiefe und zur Festlegung der Küstenlinie in Seekarten.

Definition

Lowest Astronomical Tide ist die Höhe des "Niedrigster Gezeitenwasserstand" (NGzW), die für einen Pegel allein auf der Grundlage der enthaltenen örtlich herrschenden Gezeiten-Bedingungen verwendet werden kann. (Tidentafeln BSH)

Es handelt sich um einen theoretischen Wert, der aus den gemessenen Tidendaten jeweils für die Zukunft errechnet wird. Grundlagen sind die Tiden-Daten der letzten 18½ Jahre. Die Zeitspanne von 18½ Jahren berücksichtigt zwei für die Tiden-Schwankung wesentliche Schwingungsperioden: die Umlaufdauer der Mondbahnknoten (18,6 Jahre) in der Ekliptik, und deren Auswirkung, die Nodaltide, ist die wichtigste unter den längeren Partialtiden. Berechnet werden die Werte für LAT durch eine mathematisch harmonische Analyse.

Vorteile

  • weltweit einheitliches Kartennull für Seekarten
  • keine negativen Werte in Gezeitentafen
  • sichere Tiefenangaben, können kaum mehr unterschritten werden

Nachteile

Ein entscheidender Nachteil ist, dass das bei der Landvermessung übliche Normalhöhennull (NHN) nicht mit LAT übereinstimmt. Und dass dieser Unterschied von Ort zu Ort unterschiedlich ist. In der Ostsee stimmen LAT und NHN ziemlich genau überein. In Cuxhaven beträgt der Unterschied hingegen 2,1 Meter.

Je nachdem ob man eine Seekarte oder eine Landkarte benutzt, stellen sich dann trockenfallende Gebiete wie das Watt ganz unterschiedlich dar: was in der Seekarte noch als "trocken" oder "trockenfallend" bezeichnet wird, kann der Wanderer vielleicht nur mit Gummistiefeln oder gar schwimmend "begehen".

In grösseren Wassertiefen spielt das aber keine Rolle mehr, dort werden die Höhenschichtmodelle wieder auf Normalhöhennull bezogen.

LAT in Deutschland

LAT gilt seit 2005 für alle deutschen Seekarten. Die Umstellung erfolgt jeweils mit der Neuausgabe der Karten. Bis 2012 sollen alle Karten geändert sein. Grundlage ist ein Erlass des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 15.09.2003

LAT wird seit 2005 auch für die Gezeitentafeln und für die Schifffahrtspegel verwendet.

Das früher an der deutschen Nordseeküste verbreitete "mittlere Springniedrigwasser (MSpNW)" ist als Niveau für das Seekarten-Null seit Ende 2004 abgeschafft.

Das BSH berechnet die Werte für LAT für jeden örtlichen Pegel in Deutschland.


LAT in Europa

Die Nordsee-Anrainerstaaten Grossbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland, Dänemark und Norwegen haben LAT bereits eingeführt.

LAT weltweit

1993 empfiehlt die Tidal Working Group die Einführung von LAT als Referenzgrösse für alle Seekarten der Nordsee. Die Tidal Working Group (TWG) ist eine Arbeitsgruppe der North Sea Hydrografic Commission (NSHC) der IHO).

Über die Nordsee hinaus hat LAT hingegen bisher keine Bedeutung.

Berechnung

Die vor Ort durch Lotung gemessene Wassertiefe ist abhängig von den Wasserstandsschwankungen der Tide, also vom Kalenderdatum und der Tageszeit. Der gelotete Wert muss also entsprechend berichtigt werden. Bezugswerte sind die Tidendaten der Bezugsorte (40 in Deutschland), und die Unterschiede der Anschlussorte (etwa 2000 in Deutschland). Als Hilfsmittel dient die Wasserstandsberechnungskarte.

LAT liegt bei den deutschen Bezugs- und Anschlussorten überwiegend 0,3–0,6 m unterhalb des bisherigen, auf MSpNW bezogenen Seekartennulls.

wo LAT nicht gilt

Für die elektronischen Seekarten (ECDIS) wird weltweit Seekartennull verwendet.

Für Gewässer mit wenig Tide wird Seekartennull verwendet. Beispielsweise für Ostsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer, Rotes Meer.

Die meisten Länder verwenden auch für Tidengewässer Seekartennull.