User:TobWen/Flächen

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Liebe Community,

immer wieder kommt folgende Frage auf: Soll man Flächen, die in der Realität an Straßen grenzen, auch in den Datenbank an die Straßen zeichnen?

Für mich ist die Antwort schlicht und einfach: Ja! Denn wir denken georelational!

Begründung

Das System von OpenStreetMap basiert auf Geometriedaten mit einem topologischen Modell. Das Modell beschreibt Nodes mit fester X,Y-Koordinate sowie Ways, die beschreiben wie und welche Nodes miteinander verbunden sind. Jeder Way und jeder Node hat seine eigene ID. Durch dieses Modell ergibt sich der Vorteil, dass bei aneinander grenzenden Flächen die Geometrie der begrenzenden Flächen nur einmal gespeichert werden muss.

Da die Fläche in der Realität auch an der Straße oder am Bürgersteig aufhört, wieso sollte sie dann im Datenmodell dort nicht aufhören?

Meistens kann man von einer solchen Fläche problemlos auf die Straße übergehen. Wenn man nun die Fläche vor der Straße aufhören lässt und keine Information über den weiteren, topologischen Verlauf mitteilt, kann auch das beste Programm nur raten.

Natürlich biete ich auch eine Lösung an.

Lösung

Anmerkung:

  • Da von verschieden Seiten deutlich gemacht wurde, dass es bei OpenStreetMap nicht unbedingt auf Genauigkeit ankommt, habe ich jegliche andere Fälle außer Acht gelassen.
  • Die Beschreibungen für die Abbildungen stehen immer darüber.

Bei OSM wird jedoch nur die Mittellinien der Straßen, also die Straßenachse erhoben; es gibt also keine direkte Straßenfläche. Eine solche Straßenfläche ist aber nicht unbedingt notwendig, wenn die Straßenbreite (also die komplette Breite mit Bürgersteigen usw.) bekannt ist.

Folgende Daten habe ich vor ein paar Wochen erhoben. Es handelt sich um Straßen, bei denen ich die Mittellinie eingezeichnet habe.
Die Zahlen an den Ways geben die Straßenbreite in Metern an:
Tobwen area osm 01.png


Diese Abbildung zeigt die Fläche, die ich dazu erhoben habe. So endet sie (laut GPS-Gerät und meinem Gewissen) in der Realität.
Man sieht deutlich, dass die topologische Beziehung nicht vorhanden ist:
Tobwen area osm 02.png


So würde es aussehen, wenn man die Fläche bis zur Straße weiterziehen würde.
Die Fläche wäre jetzt zwar nicht mehr gleich groß, aber der topologische Bezug mit allen Vorteilen wäre wieder da:
Tobwen area osm 03.png


Wenn man die Daten weiterverarbeiten will, also die Fläche möglichst originalgetreu abbilden will, macht man Folgendes:
Man legt sogenannte Puffer (Buffer) um die Straßen, wobei die halbe Straßenbreite nach links und die andere nach rechts geht:
Tobwen area osm 04.png


Nun verschneidet man die Fläche, die bis zur Straßenachse ging mit diesen Puffern (kann auch jedes Open & kostenfreie GIS: Tobwen area osm 05.png


Man erhält nun die "genauen" Grenzen (siehe Anmerkung) der gesuchten Fläche, obwohl man diese gar nicht korrekt erhoben hat: Tobwen area osm 06.png


Wenn man das Ganze nun auf eine Liegenschaftskarte legt (Freigabe vorhanden), sieht das Ganze so aus ... ziemlich gutes Ergebnis, nicht wahr? Tobwen area osm 07.png

Ich kann also nur noch einmal meinen Standpunkt deutlich machen, dass man die Flächen bis zur Straße durchzeichnen sollte. Jedoch benötigt unser Datenmodell möglichst viele Informationen, um die Daten möglichst gut in irgendeiner Weise abbilden oder verwenden zu können.

Viele Grüße
--TobWen 14:23, 22 October 2008 (UTC)