DE:Mapping-Aktion am Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium

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Am 19. und 20. Mai 2008 haben wir am Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium in Köln mit 30 etwa 16-jährigen Schülern der Klasse 10c eine zweitägige Mapping-Aktion durchgeführt. Die Schüler wurden dafür vom normalen Unterricht freigestellt. Ziel war es, den Schülern einen Eindruck davon zu vermitteln, wie Karten mit modernen Tools erstellt werden und natürlich dabei gleich Teile von Köln für die OpenStreetMap-Karte zu erfassen.

Teilnehmer

Teilnehmer der Aktion waren 30 Schüler der Klasse 10c des Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium in Köln. Von OSM-Seite, also sozusagen "fachlich", wurde das Projekt von Jochen Topf betreut. Tatkräftige Hilfe gab es von Martin Schulte und dem Klassenlehrer Michael Walden.

Ablauf

Weil im Rahmen des normalen Unterrichtes nur wenig Zeit blieb, hatten die Schüler vorher nur sehr wenig über das Projekt oder die dahinterstehende Motivation und Technik erfahren, so dass der erste Tag mit einer kurzen Einführung in diese Themen begann. Danach wurde erläutert, wie beim Sammeln und Erfassen der Daten vorzugehen ist. Die Einführung wurde dabei absichtlich so knapp wie möglich gehalten, um nicht zu sehr in Theorie zu verfallen. Die Schüler sollten möglichst schnell "auf die Straße" kommen und selbst aktiv werden.

Aufteilung der zu mappenden Bereiche

In der Nähe der Schule waren noch einige weiße Gegenden auf der OSM-Landkarte. Wir hatten die Gegend im Vorfeld entlang größerer Straßen in einzelne Bereiche aufgeteilt, die jeweils von einer Gruppe von 2-4 Schülern erfaßt werden sollten. An der Wand hatten wir eine große OSM-Karte aufgehängt, in der die Bereiche mit einem Markerstift eingezeichnet waren. Gebiete, die etwas weiter weg waren, konnten von Schülern per Fahrrad oder ÖPNV erreicht werden, nähere Gebiete konnten zu Fuß erreicht werden. Die Schüler fanden sich selbst zu Gruppen zusammen und äußerten auch teilweise Wünsche, welche Gebiete sie interessierten.

Teil der Einführung war auch eine sehr grobe Erklärung, wie die GPS-Geräte zu bedienen sind. Jede der zehn Gruppen bekam ein GPS-Gerät und probierte diese dann auf dem Schulhof aus. Aus der GPS-Verleih-Aktion hatten wir 10 Garmin eTrex Legend HCx, die mit aktuellen Karten der Gegend versehen waren.

Insgesamt hat dieser einführende Teil nur etwa eine Stunde gedauert. Die Schüler hatten keine Probleme mit den GPS-Geräten, obwohl sie vorher noch nie ein solches Gerät in der Hand hatten. Auch brauchten sie die vorsorglich ausgegebene Handynummer von Jochen Topf nicht. Ebenso zeigte sich später am Rechner, dass einige wenige Hinweise genügten, damit die Schüler selbständig arbeiten konnten.

Skizze eines gemappten Bereiches

Nachdem ein paar letzte Fragen geklärt waren, zogen die Gruppen los. Je nach Entfernung der zugeteilten Bereiche brauchten die Schüler 10-25 Minuten zur Anfahrt. Nach zwei Stunden sollten sie etwa zurück sein. Diese "Datensammelphase" war absichtlich nicht zu lang angesetzt, weil die Daten ja nachher auch noch eingegeben werden müssen, was schon etwas länger dauern kann, wenn man den Editor und die OSM-Gepflogenheiten noch nicht kennt.

Die Gruppen kamen dann auch alle fast zeitgleich zurück, was zu einiger Hektik führte, da die Gruppen jeweils Hilfe beim Runterladen der Daten von den GPS-Geräten (mit GPSBabel) und den ersten Schritten mit dem OSM-Editor brauchten.

Als Editor wurde JOSM eingesetzt. Für JOSM hatten wir uns deswegen entschieden, weil wir ihn am besten kennen. Außerdem war das Netzwerk bzw. der Internetzugang an der Schule sehr unzuverlässig (was an einem defekten Router, wie sich später herausstellte, lag), sodass es sinnvoller war, mit einem Offline-Editor zu arbeiten. Die Schüler kamen mit dem JOSM auch schnell zurecht, obwohl sie nur sehr kurz erklärt bekamen, wie man damit arbeitet. Komplexere Operationen, wie das Aufteilen von Wegen, wurden nur dann erklärt, wenn sie notwendig wurden. Problematisch war die manchmal nicht sehr intuitive Oberfläche und Bedienung von JOSM. Welchen der vielen Mülleimer-Buttons braucht man, um eine Layer, einen Punkt oder ein Attribut zu löschen? Wie bekomme ich die Gummilinie an der Maus wieder los, wenn mein Way abgeschlossen ist? Für sich genommen sind das alles keine großen Sachen, aber alle zusammen sind für einen Neuling schon eine Hürde. Es ist auch schwer zu sehen, welches Objekt momentan selektiert ist, was dazu geführt hat, dass vielfach Tags an den falschen Objekten gelandet sind.

Zwischendurch haben wir uns noch mit Pizza gestärkt und dann die Daten fertig eingeben. Das dauerte dann etwa zwei Stunden. Für die Schüler war der erste Tag dann vorbei.

Der zweite Tag hatte einen ähnlichen Ablauf, aber es waren diesmal drei Stunden für die Datensammlung und auch entsprechend mehr Zeit für die Erfassung eingeplant. Mit mehr Zeit und der Erfahrung vom Tag vorher konnten die Schüler mehr Daten sammeln und erfassen.

GPS-Tracks der verschiedenen Gruppen vom ersten Tag

Einige Schüler sammelten weniger Daten und halfen stattdessen, die Präsentation für den Abend vorzubereiten. Dazu wurden Photos von den Mitschülern draußen und im Computerraum, von Skizzen, Karten, GPS-Geräten, usw. angefertigt. Dazu kam dann eine Vorher-Nachher-Karte, die wir (allerdings ohne Beteiligung der Schüler) mit OR/P (Perl-Variante von Osmarender) anfertigten und ein JOSM-Screenshot mit den eingefärbten GPS-Tracks.

Ursprünglich war geplant mit den Schülern auch den Prozess der Kartenerzeugung aus den gesammelten Rohdaten zu besprechen und vielleicht eine thematische Karte zu erzeugen. Dafür war jedoch am Ende nicht genug Zeit und mit der Größe der Gruppe auch problematisch. Die nötige Software (wie Osmarender) ist auch für den Anfänger zu komplex und stellt zu hohe Anforderungen an die benötigten Rechner.

OSM-Vortrag und Präsentation der Ergebnisse

Den Abschluss des zweiten Tages bildete ein öffentlicher Vortrag zu OpenStreetMap, der mit einer Präsentation der Mapping-Aktion verbunden war. Etwa 30 Schüler, Eltern, Lehrer und andere Interessierte erschienen dazu. Jochen Topf gab eine Einführung in OSM, dann berichtete eine Schülerin über die beiden Tage und zeigte die Ergebnisse. Danach entwickelte sich eine interessante Frage- und Antwortrunde. Im Anschluss konnten die Besucher draußen auch noch ein GPS-Gerät in die Hand nehmen und ausprobieren.

Ergebnis

Köln Süd (Vorher)
Köln Süd (Nachher)

Einige Stadtteile von Köln wurden auf der OpenStreetMap-Karte ergänzt. Es wurden Straßen und viele Points-of-Interest, ein paar Parks und ein See erfasst. Wegen der zeitlichen Begrenzung und der Unerfahrenheit der Schüler sind dabei sicher noch einige Lücken geblieben, aber das ist ja im OSM-Projekt nichts ungewöhnliches.

Die Schüler waren interessiert und die meiste Zeit auch bei der Sache. Allerdings sind sie auch schnell bei einem Computerspiel gelandet, wenn sich mal ein bischen Leerlauf ergab. Viel über die normale Unterrichtszeit hinausgehendes Engagement ist aber nicht zu erwarten, da die Schüler in Sportvereinen usw. viele andere Verpflichtungen haben. Den meisten scheint es Spaß gemacht zu haben und das Ergebnis, wie man es in der Karte sehen kann, spricht ja auch für sich. Die Schüler haben sehr selbständig gearbeitet, mitgedacht und überlegt, welche Dinge sie überhaupt in die Karte eintragen wollen und wie sie das machen sollen.

Mit 30 Schülern war die Gruppe eigentlich zu groß. Es war keine Zeit mit jemandem mal etwas tiefergehend zu besprechen, mal mehr als das unbedingt Nötige zu besprechen, weil ständig schon eine andere Gruppe (oder die anwesende Presse) Antworten zu irgendetwas brauchte. Und so sehr es uns gefreut hat, dass die Presse so viel Interesse zeigte, es war halt doch eine Ablenkung, die viel Zeit gekostet hat.

Problematisch war die nicht sehr aktuelle Rechnerausstattung in der Schule. Es standen 16 Windows 2000-Rechner zur Verfügung. Einen Mechanismus zur zentralen Installation von Software gab es nicht. Es gab mehrfach Probleme mit fehlenden Administrator-Rechten usw., die alle lösbar waren, aber doch immer ein Eingreifen erforderlich machten. Und schon die simple Tatsache, dass manche Rechner eine Maus ohne Scrollrad hatten, machte sie für die Benutzung mit JOSM (wo man das Scrollrad zum zoomen braucht) weniger geeignet. Sowas merkt man aber natürlich erst, wenn man davor sitzt und das Scrollrad benutzen will.

Die Aktion hat gezeigt, dass Schüler auch mit einer minimalen Einführung sofort sinnvoll aktiv werden können und für OSM etwas beitragen. Ganz nebenbei haben sie ihren Wohnort besser kennengelernt (eine Schülerin zeigte sich erstaunt, dass sie einige Straßen unweit ihrer Wohnung entdeckt hat, von deren Existenz sie nichts wusste) und haben nun ein besseres Verständnis, wie Geodaten gesammelt und auf verschiedene Weisen zu Karten verarbeitet werden können.

Presse

Die von uns informierte Lokalpresse war sehr interessiert an dem Thema. Am Montag waren jeweils ein Journalist vom Kölner Wochenblatt und von WDR Online vor Ort. Am Dienstag kam dann noch ein Fernsehteam vom WDR, die einen Bericht für die Sendung "Lokalzeit" für den Raum Köln gefilmt haben.

Zur Nachahmung empfohlen

Das Projekt kann sicher so oder so ähnlich auch an anderen Schulen oder mit anderen Gruppen durchgeführt werden. Die Teilnehmerzahl sollte dabei etwas niedriger angesetzt werden oder es sollten mehr erfahrene OSMler dabei sein.

Wir hatten das Glück, dass in Schulnähe noch größere weiße Flecken auf der OSM-Karte waren. Dank der aktiven Kölner OSM-Community ändert sich das derzeit aber schnell. Schon in ein paar Wochen wäre die Aktion in dieser Form wohl nicht mehr möglich gewesen. Für die Schüler ist es natürlich besonders interessant ein leeres Gebiet erstzuerfassen. In Gebieten, die schon gut erfasst sind, wird man stattdessen eher Points of Interests oder dergleichen nacherfassen.

Mit etwas mehr Zeit und etwas leichter zu bedienender Kartensoftware könnte es auch interessant sein, mit den Schülern thematische Karten anzufertigen, die sich an den Interessen der Schüler orientieren.

Siehe auch