Template:De:Description:Cycleway:Lane

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Für die Radverkehrsführung auf der Fahrbahn gibt es vier Möglichkeiten:

  • Harte Trennung: Der Radfahrstreifen nach deutscher Definition ist ein Radweg auf der Fahrbahn. Er ist benutzungspflichtig und er ist allein von Radfahrern vorbehalten. In der Straßengestaltung ist er durch durchgezogene Linien (und breite Blockmarkierungen) abgegrenzt und durch Zeichen 237 (Radweg) am Straßenrand oder als Fahrbahnpiktogramm gekennzeichnet. In Frankreich heißt diese Art von Radfahrstreifen „bande cyclable obligatoire“
  • Weiche Trennung: Der Schutzstreifen oder Angebotsstreifen: Die Restfahrbahn muss (in Deutschland) breit genug sein, dass zwei PKW sich begegnen können, ohne auf den Schutzstreifen auszuweichen. Für Ausweich- und Überholmanöver dürfen KFZ auch den Schutzstreifen, Radfahrer auch die Restfahrbahn mitbenutzen. Ansonsten hat jeder auf seiner Seite der gestrichelten Trennlinie zu fahren. Eine Wahlfreiheit für Radler wie beim „anderen“ Radweg ist strittig: Es gibt zwar einen Bußgeldtatbestand für die Nichtnutzung auf Grundlage des Rechtsfahrgebots[1], aber weder kennt die (für Verkehrsteilnehmer nicht verbindliche) VwV-StVO[2] eine Benutzungspflicht, noch die StVO selbst zum Schutzstreifen formuliert diese, exakt wörtlich genommen (da auch Radfahrer ein Fahrzeug führen) verbietet sie die Benutzung womöglich sogar.[3] Die von der Rechtssprechung vor Einführung der Schutzstreifen definierten Abstände zum Fahrbahnrand bzw. zu parkenden Fahrzeugen sind auf Schutzstreifen ofr nicht einzuhalten, so dass eine Anwendbarkeit des Bußgeldtatbestands zweifelhaft ist, Fälle solcher Bußgelder sind bisher nicht bekannt geworden, Gerichtsurteile dazu folglich auch noch nicht. Benutzungspflichten erfordern nach § 2 Abs. 4 und § 39 eigentlich zwingend ein blaues Blechschild mit weißem Fahrrad. Dem deutschen Schutzstreifen ähnelt die französische „bande cyclable conseillée et réserve“.
  • Gemeinsame Führung auf einem KFZ-Fahrstreifen wie bei cycleway=share_busway (siehe unten) und cycleway=shared_lane (siehe unten)
  • Die normale Radverkehrsführung ohne Hervorhebung auf der Fahrbahn von Straßen ohne Radweg wird einfach mit bicycle=yes eingetragen. Dieser Eintrag ist aber in aller Regel verzichtbar (Default = Standardannahme).
  • Darüber hinaus gibt es noch Seitenstreifen, die nach § 2 (4) benutzt werden dürfen[4], in der Regel aber auch beparkt werden dürfen.


  1. ADAC: Bußgeldkatalog für Radfahrer → „Was kosten Verkehrsverstöße …“
  2. Verwaltungsvorschrift zur StVO: "Zu § 2 Abs. 4 Satz 2", I 3.–5. (Nr.10–12) und II 2. aa) Zeichen 237 Nr.19
  3. Anlage 3 der StVO, Zeichen 340: Leitlinie, Ge- oder Verbot: "1. (...), 2. Wer ein Fahrzeug führt, darf auf der Fahrbahn durch Leitlinien markierte Schutzstreifen für den Radverkehr nur bei Bedarf überfahren. Der Radverkehr darf dabei nicht gefährdet werden., 3. Wer ein Fahrzeug führt, darf auf durch Leitlinien markierten Schutzstreifen für den Radverkehr nicht parken. Erläuterung: Der Schutzstreifen für den Radverkehr ist in regelmäßigen Abständen mit dem Sinnbild „Radverkehr“ auf der Fahrbahn gekennzeichnet."
  4. "Wer mit dem Rad fährt, darf ferner rechte Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und zu Fuß Gehende nicht behindert werden."