User:Hadhuey/Fahrradtagging

From OpenStreetMap Wiki
Jump to navigation Jump to search

Herausforderungen beim Radwege Kartieren

Das Erfassen von Radwegen war anfangs eine Methode um mittels eines einfachen abstrakten Modells ein Abbild des Straßen- und Wegenetzes zu erhalten. Mit zunehmender Komplexität und Datenvielvalt gerät diese Methode jedoch an ihre Grenzen. Es enstehen extrem kleinteilige, vollgepackte, komplizierte Liniensegmente.

Ein zweiter Bereich ist die oft schwierige Zurodnung der international verwendeten Eigenschaften in OSM zum deutschen (Verkehrs)-Recht. OSM spricht bei cycleway=* von designierten Radwegen. Das deutsche Recht kennt jedoch:

  • unmarkierte Radwege ohne Benutzungspflicht(§2StVO): "Radwege ohne Benutzungspflicht sind für den Radverkehr vorgesehene Verkehrsflächen ohne Zeichen 237, 240 oder 241." (VwV-StVO)
  • unmarkierte für den Radverkehr freigegebene Wege: öffentliche Wege die nicht der StVO, sondern anderen Rechtsvorschriften, beispielsweise Park- und Friedhofssatzungen unterliegen, baulich jedoch für den Radverkehr angelegt sind.
  • markierte für Radfahrer freigegebene Wege, die nicht benutzungspflichtig sind (Schild: Radfahrer frei)
  • markierte benutzungspflichtige Radwege (Zeichen 237/240/241)

Als dritte Schwierigkeit kommen noch rein praktische Herausforderungen hinzu. So sind Wege oft anders baulich angelegt, als ihre Ausschilderung. Beispielsweise sind gemeinsame Geh- und Radweg beschildert, aber zwei Wegspuren mit baulicher Trennung durch Grünanlagen, Bäume oder Laternen vorhanden. Ein anderes Beispiel sind durch die Pflasterfarbe abgesetzte Fahrspuren, aber trotzdem gemeinsame Nutzung mit Zeichen 240 Zeichen 240 - Gemeinsamer Fuß- und Radweg, StVO 1992.svg, weil sonst Mindestbreiten nicht eingehalten werden. Außerdem gibt es unzählige kleine Verbindungsstücke, die baulich komplett vom Rest des Weges abweichen, aber für die Anbindung an andere Wege sowohl in der Realität, als auch im abstrakten OSM-Linienmodell erfoderlich sind. Prominentes Beispiel sind Überleitungen auf die Straße.

Praktische Herangehensweise/Kartierungshinweise

Generell sollten daher Rad- und Fußwege als einzelne Wege neben der Straße erfasst werden. Auf der Fahrbahn wird dann cycleway=separate/sidewalk=separate bzw. bicycle=use_sidepath gesetzt.

Sofern sie gemeinsam mit dem Fußweg verlaufen können Radwege auf einer gemeinsamen Linie verwaltet werden. Befindet sich beispielsweise eine Laternen- oder Baumreihe dazwischen, so werden zwei Linienzüge genutzt.

Fahrspuren auf der Straße werden weiterhin gemeinsam mit der Straße/Fahrbahn verwaltet. Hier ist im Einzelfall zu entscheiden ob ein getrennter Linienzug sinnvoll ist. Grundsätzlich begründet eine sehr feine Detaillierung auch die weitere Aufteilung.


Angelehnt an das Lübecker Modell werden die Wege folgendermaßen erfasst:

Radwege
Radweg/Radfahrstreifen, benutzungspflichtig
Zeichen 237: Radweg
highway=cycleway
bicycle=designated
traffic_sign=DE:237
(oneway=yes für Einrichtungswege)
surface=*
width=*
smoothness=*
(...)
gemeinsamer Fuß-/Radweg, benutzungspflichtig
Zeichen 240: gemeinsamen Fuß- und Radweg
highway=path
bicycle=designated
foot=designated
traffic_sign=DE:240
segregated=no
(oneway:bicycle=yes für Einrichtungsradwege)
surface=*/width=*/smoothness=*
(...)
getrennter Fuß-/Radweg, benutzungspflichtig
Zeichen 241: getrennter Fuß- und Radweg

wie zuvor, jedoch
traffic_sign=DE:241
segregated=yes
width:cycleway=*
width:footway=*
(...)
freigegebener Fußweg, nicht benutzungspflichtig Zeichen 239 mit Zusatzzeichen 1022-10: Gehweg, Radfahrer frei
Zusatzzeichen 1022-10 - Radfahrer frei, StVO 1992.svg
highway=footway
foot=designated
bicycle=yes
traffic_sign=DE:239;DE:1022-10
(...)
sonstige Radwege, nicht benutzungspflichtig

Keine Beschilderung, jedoch eindeutig als Radweg erkennbar durch die Art der baulichen Anlage
und an Fahrbahn­markie­rungen wie Leitlinien und Piktogrammmen als Radweg ohne Benutzungspflicht
(Oft ehemals benutzungspflichtige und ähnliche straßenbegleitende Fahrradwege ohne Gebotszeichen.)

highway=cycleway
designation=no
(oneway=yes für Einrichtungsradwege)
(...)
sonstige Wege, nicht benutzungspflichtig

Wege die vom Radverkehr genutzt werden, jedoch nicht explizit gekennzeichnet sind.
z.B. Parkwege (Grünflächensatzung), Wanderwege, öffentliche Wege auf Privatgrund....

z.B. highway=path/highway=footway/highway=service
und
bicycle=yes
foot=yes
designation=no
(...)
Schutzstreifen

Radweg an der Straße kartieren

Das Kartieren von Radwegen als Eigenschaft der Straße sollte nur erfolen, wenn der Radweg Teil der Straße ist. Das betrifft vor Allem Radspuren auf der Fahrbahn. Hochbordwege oder durch irgendeine Form von Barriere (Kante, Hecke, Lampenreihe, Baumreihe...) sollten nach Möglichkeit einzeln erfasst werden. Die unten aufgeführten straßengeführten Tags bleiben gültig, sollten jedoch nur noch bei Groberfassungen eingesetzt werden.

Grundsätzliches Vorhandensein eines Radweges: cycleway=left, right, both oder no


noch nicht eingeordnet

Radwege
Art des Weges
(Tags an der Straße)
cycleway:left=sidepath
und/oder
cycleway:right=sidepath
cycleway:left=track
und/oder
cycleway:right=track
cycleway:left=lane
und/oder
cycleway:right=lane
am Weg highway=path oder cycleway und zusätzlich an der Straße für die jeweilige Seite mit dem Präfix
cycleway:left: bzw. cycleway:right:

oneway:bicycle=yes

Straßenbegleitende Radwege sind in der Mehrheit für Radfahrer Einbahnstraßen, d.h. sie dürfen nur in einer Richtung befahren werden. Um dem Router diese Information mitzugeben wird bei diesen Wegen das Atttibut:

  • oneway=yes für reine Radwege, oder
  • oneway:bicycle=yes für gemeinsam von Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern (i.d.R. Fußgänger) genutzte Wege gesetzt.

Name des Weges

Im Standardfall wird das Attribut name=Musterstraße gesetzt und der normale Straßennahme vergeben. Es gibt Diskussionen andere Attribute wie "is_part_of", "belongs_to" oder Ähnliches zu nutzen. Solange sich dort kein überregionales Schema herausgebildet hat nutzen wir das Standard-name-tag.

Eigenschaften

Der Weg wird genauso mit allen Eigenschaften versehen, wie eine Straße: Beleuchtung; Oberfläche etc...

Breite

Die Wegbreite kann durch den width=*-Schlüssel zugewiesen werden. Leider gibt es selbst in den deutschen Wegebauvorschriften kein einheitliches Vorgehen für das Messen der Wegbreite. Mal werden Begrenzungsstreifen mitgemessen, mal nicht...

Grundsätzliche Vorgehensweise in OSM: Es wird die auf dem Boden nutzbare Fahrbahnbreite angegeben. Bei Wegen mit befahrbaren Begrenzungslinien (z.B. zum Fußweg), wird die halbe Linie mitgemessen. Ein Radweg mit einer Fahrbahnbreite von 1,2 m und jeweils einer Linienbreite von 0,2 m ist also 1,4 m breit. Sind keine Linien vorhanden wird die Breite des nutzbaren Bereichs von 1,2 m angegeben.

Es können an Radwegen mehrere Streifen und Sicherheitsräume unterschieden werden. (angelehnt an: Berlin/Verkehrswende/Radwege z.B.

offen: Wie geht man mit Laternen auf Radwegen um?