DE:Relation:route

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Verfügbare Sprachen — Relation:route
Public-images-osm logo.svg route
CycleLayer2.png
Beschreibung
Darstellung verschiedener Routen.
Gruppe: Route
Mitglieder

  • Way - (blank)
  • Node - stop
  • Node - platform
  • Way - forward
  • Way - backward
  • Node - forward_stop
  • Node - backward_stop
  • Node - guidepost
Status: In Benutzung

Relation:route fasst eine Gruppe von Linien zu einer gemeinsamen Route zusammen (Relation).

Eine Route ist eine vorgegebene und oft öffentlich ausgeschilderte Strecke, die über verschiedene Abschnitte führt und regelmäßig von Fahrzeugen oder Personen genutzt wird. Beispiele sind nummerierte Straßen ("A 7", "B 26"), Buslinien ("Linie 286"), Wanderrouten ("Europäischer Fernwanderweg E1") oder Radwege ("Rur-Ufer-Radweg").

Ein Weg kann Teil mehrerer verschiedener Routen sein. Eine Route kann mehr als eine Nummer haben, beispielsweise haben europäische Autobahnen oder Wanderwege sowohl "E"-Bezeichnungen als auch nationale Nummern. Routen können auf einigen Kilometern die gleiche Straße benutzen, um danach wieder getrennt zu verlaufen, beispielsweise die B 6 und B 65 bei Hannover.


Eigenschaften

Schlüsssel Wert Bemerkung
type route Diese Relation ist vom Typ "Route" (Streckenführung)
route Routentyp Siehe #Dokumentierte_Routentypen
name Text Name der Route, z.B. "Rur-Ufer-Radweg", "Wasserburgen-Route" (bitte nicht die Referenz-Nummer noch mal anführen, eher wird der Name nicht vergeben)
ref Text Referenznummer der Route, z.B. "A 7", "L 226", "Linie 286"
network Text Art des Netzwerkes (bei Rad- und Wanderwegen). Name Verkehrsverbundes, zu dem diese Route gehört.
operator Text Name des Betreibers,
z.B. "Aachener Verkehrsverbund"
state proposed / alternate / temporary / connection Art des Betriebes.
"proposed" = geplante Linie
"alternate" = Alternativroute
"temporary" = zeitweiser Betrieb (z.B. nur während des Maschseefests)
"connection" = Verbindungslinie zwischen zwei Hauptlinien oder zwischen einer Hauptlinie und einer Neben-Ortschaft
distance Distanz in km Die Länge einer Route in km. Als Dezimaltrenner sollte ein Punkt verwendet werden (z.B. 12.5).
ascent kumulierter Anstieg in m Der kumulierte positive Höhenunterschied (Anstieg) einer Route. Falls Start/Endpunkt nicht identisch sind, zusätzlich Gesamtabstieg mit descent=
descent kumulierter Abstieg in m Der kumulierte negative Höhenunterschied einer Route, wenn Start/Endpunkt einer Route nicht auf gleicher Höhe liegen.
roundtrip yes/no Benutze roundtrip=yes um anzugeben, dass es sich dabei um einen Rundweg handelt. Das bedeutet, dass eine Route wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Eine Route die lediglich von A nach B geht, man also auf der gleichen Strecke zurückgehen müsste, um wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen, erhält roundtrip=no.
symbol Text Beschreibung des Symbols, das die Route kennzeichnet
z.B. "Rotes Kreuz auf weißem Grund" (für den "Frankenweg" in Franken)
color Farbcode im Hexadezimalformat (optional) Farbcode im Hexadezimalformat. Nützlich für Routen im öffentlichen Personenverkehr. Beispiel: "#008080" für türkise Routenfarbe
description Text kurze Beschreibung der Route.

Mitglieder der Relation

Rolle Anzahl Bemerkungen
Way (blank) 1/mehrere Weg, der zur Relation gehört.
Node stop 0/1/mehrere Haltestelle auf der Route (public_transport=stop_position). Die Reihenfolge in der Relation entspricht der der Reihenfolge im Fahrplan.
Node platform 0/1/mehrere Bahnsteige/Wartebereiche auf der Route (public_transport/railway/highway=platform). Die Reihenfolge entspricht der der Reihenfolge im Fahrplan.
Node link 0/1/mehrere Für Anschluss- oder Verbindungsrampen.
Node guidepost 0/1/mehrere Ein Wegweiser der auf die Route hinweist.

Folgende zusätzliche Mitglieder bei Routenrelationen, die für Hin- und Rückrichtung nur eine Relation verwenden. Für ÖPVN-Routen ist dies veraltet (PTv1).


Rolle Anzahl Bemerkungen
Way forward/backward 0/1/mehrere falls der Way von der Route nur in eine Richtung benutzt wird
"forward" = in Richtung des Wegelements
"backward" = in Gegenrichtung des Wegelements
Node forward_stop/forward:stop
backward_stop/backward:stop
0/1/mehrere Bus- oder Bahnhaltestelle, die nur in einer Richtung bedient wird. Beide Varianten (Unterstrich/Doppelpunkt) sind gebräuchlich.
"forward" = in Richtung des Wegelements
"backward" = in Gegenrichtung des Wegelements.
Node forward_stop_<number> backward_stop_<number> 0/1/mehrere Seit Api v0.6 sind Relationsmitglieder geordnet und ist eine Nummerierung nicht mehr nötig und empfohlen.
Node stop_<Nummer> 0/1/mehrere Seit Api v0.6 sind Relationsmitglieder geordnet und ist eine Nummerierung nicht mehr nötig und empfohlen.

Dokumentierte Routentypen

Routen

Siehe auch Relation:route

Schlüssel Wert Element Kommentar Darstellung / Rendering Foto
route bicycle Relation Fahrradroute (siehe auch DE:Cycle_routes)
Ystadstartingpointcykelsparetostkusten06040011.png
route bus Relation Buslinie (siehe auch DE:Public_Transport)
EDS-FullLED-Mobitec.JPG
route canoe Relation Kanuroute
route detour Relation Umleitungsstrecke
route ferry Way Relation Fähre
Ferry route mapnik.png
route fitness trail Relation Trimm-dich-Pfad oder Fitness Parcours, Forstmeile usw. Ein Laufkurs mit fest aufgestellten Turngeräten
Exercise post.jpg
route hiking Relation Wanderroute (siehe auch Hiking)
Hærvejen vandretureskilt.jpg
route horse Relation Reitroute (siehe auch Reiten und Riding)
Hawick Circular Riding Route - geograph.org.uk - 592357.jpg
route inline_skates Relation Inline-Skate-Route (siehe auch Inline)
Signalisation Skatingroute.svg
route light_rail Relation Stadtbahnlinie (siehe auch DE:Public_Transport)
S-Bahn Berlin Baureihe 481.jpg
route mtb Way Relation Mountainbikeroute (siehe auch Mountainbike )
Mountain bikers this way^ - geograph.org.uk - 744534.jpg
route nordic_walking Way Relation Nordic-Walking-Route
Laufarena.at2.jpg
route pipeline Relation Fasst alle Elemente (Teilstrecken, Marker, Stationen) einer Rohrtransportstrecke zusammen.
route piste Relation Routen verschiedener Wintersportarten
Snowshoe trail.jpg
route power Relation Verlauf eines Stromkreises über verschiedene Hochspannungstrassen.
route railway Relation Kursbuchstrecke (für VzG-Strecken zusätzlich route=tracks)
route road Relation Straßenkategorie (Autobahn, Bundesstraße, Landes-/Staatsstraße, Kreisstraße, Gemeindestraße) und Themenstraßen.
2014-05-16 15 58 16 Sign for Interstate 95 northbound on Interstate 95 in Ewing, New Jersey.JPG
route running Relation Laufroute
Laufarena.at2.jpg
route ski Relation Skiabfahrt oder Langlaufloipe (ersetzt durch route=piste)
Langlauf Loipe.jpg
route train Relation Zugroute (siehe auch DE:Public_Transport)
Transports Publics du Chablais - Zuglaufschild - 01.jpg
route tram Relation Straßenbahn- oder Tramlinie (siehe auch DE:Public_Transport)
Cobra3058.JPG
route Selbst definiert Node Area Siehe Taginfo Statistic pictogramm.png für weitere häufig genutzte Werte.

This table is a wiki template with a default description in English. Editable here. Die deutsche Übersetzung kann hier bearbeitet werden.

Straßen

Mit route=road werden Straßennetze und -routen erfasst.

In Deutschland sind dies:

Öffentliche Verkehrsmittel

"Route relation" kann auch dazu verwendet werden, um Linien von öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Bahn, Fähre, usw.) zu kennzeichnen, die von einem (oder mehreren) Betreibern verwendet werden.

Siehe: DE:Public_Transport

Hochspannungsverbindungen

Folgendes ist aus dem noch in Diskussion befindlichen Power routing proposal übernommen:

Schlüssel Wert Kommentar
type route eine Route
route power Route eines Hochspannungssystems
name
&
ref

Systemname
&
Bauleitnummer oder andere eindeutige Wert
Jeder Betreiber hat sein eigenes System. Dabei können Wortnamen, Nummern oder Kombinationen verwendet werden. Möglicherweise hat die Infrastriktur (Trasse) eine Nummer und die darauf verlaufenden Systeme Wortnamen, so wie bei RWE. Mehrere Werte werden durch Semikolon getrennt.
color englischer Farbwert Falls das System mit einer Farbe kenntlich gemacht wurde, die im ganzen Verlauf gleich ist, so wird sie hier erfasst.
operator Betreiber
from / to Umspannwerkname Namen der beiden am weitesten voneinander entfernten Umspannwerke. Das Start-UW ist jenes nahe der niedrigsten Mastnummer und Ziel-UW in aufsteigende Richtung
via Name1;Name2 Liste der angeschlossenen Umspannwerke ohne Start und Ziel.
cables
frequency
voltage
wires
6
50;16.7
400000;150000
quad;single
Während auf der Linie Way die Summe aller Werte auf einem Strommast zu lesen ist, so wird hier nur das einzelne System abgebildet.
Siehe auch: cables=*,frequency=*, voltage=*, wires=*

Eine Rolle muss nicht vergeben werden. Rollen können line und cable für Freileitung und Kabel sein. sub_station ist eine mögliche Rolle für alle angeschlossenen Umspannwerke. Für geplante oder zu bauende Teile kann planned oder construction als Rolle eingetragen werden.

Editieren mit Potlatch 2

  1. Sicherstellen, dass alle Wege entlang der Route existieren und passend gekennzeichnet sind (z.B. highway=footway).
  2. Trenne ggf. Wegteile mit dem Scherensymbol ab, die nicht mit in die Relation sollen.
  3. Wähle den ersten Weg aus und wechsle im Attribut-Bereich in die Ansicht "advanced". Der untere Teil zeigt nun die vorhandenen Relationen, falls vorhanden.
  4. Unter den Relationen findet sich die Taste Add to zum Hinzufügen von Relationen. Durch Klicken auf diese Taste öffnet sich ein neues Fenster mit den in der Gegend verfügbaren Relationen.
  5. Um eine neue Relation zu erzeugen, nutze die Taste New relation... und im folgenden Fenster die Ansicht "advanced"
  6. Füge nun durch klicken auf Add die benötigten Attribute hinzu (z.B.: type=route, route=hiking, name=Name des Wanderweges usw.)
  7. Füge weitere Attribute per Add hinzu.
  8. Klicke auf das Kreuz oben rechts um den Dialog zu schließen. Die Relation wurde dem Element hinzugefügt.
  9. Füge die gerade erzeugte Relation den weiteren Wegen bzw. Wegteilen hinzu (wie in Schritt 4). Wähle die Relation aus und klicke auf "Select".

Editieren mit JOSM

JOSM hat einen rudimentären Editor für Relationen. Am linken Fensterrand gibt es ein Symbol mit einem "Zahnrad. Damit oder mit <Alt-r> öffnet man am rechten Fensterrand die Liste der im geladenen Datenbereich vorhandenen Relationen. Mit der Schaltfläche "Neu" wird der Relationen-Editor geöffnet.

Im oberen Fenster wird je nach Typ der Route die passende Kombination Schlüssel=Wert eingetragen
siehe route, Bahnlinie, Fahrradroute, Buslinie.

Die einzelnen Abschnitte werden so zu einer Relation zusammengefügt:

  1. wechsle zum Zeichenfenster von JOSM
  2. trenne alle von der Route benutzten Linien mit <P> so auf, dass der benutzte Abschnitt isoliert markiert werden kann
  3. markiere nun mit <Shift-Klick> alle Abschnitte, die zur Route gehören
  4. wechsle wieder zum Relationeneditor und klicke dort auf das Schaltfeld "Hinzufügen"
    dadurch werden alle markierten Abschnitte in die Liste "Belegt durch" eingetragen
  5. die Spalte "Rolle" leer lassen
  6. schliesse den Relationeneditor mit "ok"
  7. lade die neue Relation mit "Datei - Zum Server hochladen" oder mit <Strg-Umschalt-U> hoch.

Hilfsmittel

Relation-Analyzer

Der Relation-Analyzer hilft, in unvollständigen Relationen fehlende Abschnitte zu finden.

Wenn die Relation-ID bekannt ist, kann diese direkt eingegeben werden.
Wenn der Name bekannt ist, kann darüber die Relation gefunden werden. (Umlaute müssen für die Suche durch "*" ersetzt werden)

Der Analyzer kann eine Relation:

  • in der OSM- oder Google-Karte anzeigen
  • auf Vollständigkeit untersuchen


Die Vollständigkeitsuntersuchung zeigt alle Eigenschaften der Relation und berechnet die aktuelle Gesamtlänge. Alle zusammenhängenden Weg-Segmente werden mit ihren ID-Nummern und der zusammenhängenden Länge in je einem grünen Kasten aufgelistet, gefolgt von der bis zum nächsten Abschnitt fehlenden Stück und dessen Länge. Über die ID der Teilstücke können diese einzeln direkt in der Karte angezeigt oder in JOSM bearbeitet werden.

Route Manager

OSM Route Manager, ähnliche Funktionalität wie der Relation Analyzer mit ein paar kleinen Unterschieden.

Relation Check

Kartierungsmethoden

Die Anzahl der Elemente wird zu groß

Gängige Praxis ist es Routen mit nicht mehr als ca. 500 Elementen zu erstellen. Aber gerade das kommt häufig bei langen Routen vor. Man unterteilt die Routen z.B. an politischen Grenzen und fasst die einzelnen Abschnitte in einer superroute zusammen. So bleiben die Routen edtierbar und übersichtlicher.

Mehrere Routen teilen sich einen Wegabschnitt

Besonders bei Fahrradrouten passiert es sehr oft, dass mehrere Routen auf längeren Stücken dieselbe Strecke führen. Es gibt so viele unterschiedliche Fahrradwegnetze von unterschiedlichen Organisationen und Institutionen, dass es nicht ungewöhnlich ist, wenn diese sich überschneiden. Das EuroVelo-Netz benutzt zum Beispiel in vielen Ländern die bereits bestehenden Routen. Es gibt im Moment zwei unterschiedliche Methoden, wie man vorgeht, wenn ein Wegabschnitt Teil mehrerer Routen ist:

  • Die einzelnen Wegobjekte zu jeder Relation einzeln hinzufügen
  • Die Routen-Relationen in Teil-Relationen aufteilen und diese Teil-Relationen zu einer Super-Relation (also einer Relation, die nur andere Relationen, aber keine Wege selbst enthält) hinzufügen. Für den Wegabschnitt, der zu mehreren Routen gehört, wird eine eigene Teil-Relation angelegt und diese zu den Super-Relationen der zugehörigen Routen hinzugefügt (statt der Wege selbst).

Beide Methoden haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Die Wege selbst hinzufügen

  • Wenn ein Wegabschnitt zu sehr vielen unterschiedlichen Routen gehört, kann es großen Aufwand bereiten, den Abschnitt zu erweitern oder zu vervollständigen, da neue Wege zu allen Relationen einzeln hinzugefügt werden müssen.
  • Wer einen Abschnitt erweitert oder vervollständigt, übersieht unter Umständen einige Routen, zu denen er auch noch dazugehört. Dadurch entstehen Inkonsistenzen in den Daten.
  • Die Methode ist wahrscheinlich einfacher für Anfänger, da es leicht unübersichtlich werden kann, wenn man Relations aufteilt.
  • Relations können so sehr leicht sehr groß werden, was es schwieriger macht, mit ihnen zu arbeiten (Analyse-Werkzeuge brauchen länger, die Darstellung auf JavaScript-Karten braucht viel CPU).
  • Wenn man überhaupt keine Super- und Sub-Relations verwendet, muss man auch Alternativrouten oder Ausläufer zur Hauptrelation hinzufügen. Das macht es schwieriger für Analysewerkzeuge, die Route zu verstehen. Hierzu wurden role=excursion und role=alternative vorgeschlagen, jedoch geben diese Attribute immernoch keine Auskunft, zu welcher von mehreren Alternativen ein Weg nun gehört.
  • Der Zweck von Relations ist es, Objekte zu gruppieren. Wenn eine Bundesstraße zwei Nummern hat, legt man auch nicht zwei Wege an, die die selben Nodes verwenden. Analog dazu sollte man keine zwei Relations der selben Sorte anlegen, die die selben Wege verwenden.

In Teilrelationen gruppieren

  • Viele Kartendarstellungen unterstützen Subrelationen nicht, die OpenCycleMap zum Beispiel zeigt das Attribut ref einer Route nicht an, wenn es nur in der Super-Relation enthalten ist. Deswegen muss man derzeit das ref- und die anderen Attribute auch zu allen Teilrelationen hinzufügen, und das kann schnell unübersichtlich werden (weil eine Teilrelation ja Teil von mehreren Routen sein kann und man dann die Attribute kombinieren muss).
  • Es wird gern gesehen, Relationen als eine zusammenhängende Strecke mit einem Anfang und einem Ende zu halten. Nach diesem Prinzip müssen Alternativrouten und Ausläufer in eigene Relationen ausgelagert werden. Deswegen braucht man Super-Relationen teilweise auch schon, wenn die doppelte Streckenzugehörigkeit gar nicht auftritt.
  • Einige Werkzeuge (wie zum Beispiel der Relation Analyser und besonders dessen GPX-Export-Funktion) unterstützen Teilrelationen noch nicht. Dadurch wird es schwierig, die Relation als ganzes zu analysieren. (Anmerkung: DE:OSM Route Manager unterstützt Teilrelationen)
  • Es gibt keine dokumentierte Methode, wie man mit Super- und Subrelationen umgeht. Es scheint offensichtlich zu sein, dass man einfach alle Attribute (wie ref, name) an alle Subrelationen vererbt, so einfach ist es aber doch nicht, es gibt zum Beispiel Attribute wie distance oder note, bei denen das nicht unbedingt sinnvoll ist.
  • Wenn jemand eine neue Route kartiert und diese Teilstücke einer anderen Route verwendet, muss er die andere Route aufsplitten. Das könnte die Kartografen der anderen Route verwirren.
  • Die derzeitigen Editoren haben sehr beschränkte Features beim Editieren von Relations, zum Beispiel gibt es kein „Relation aufsplitten“-Werkzeug und keine Anzeige von Super-Relations auf der Karte. So kann es sehr verwirrend werden, eine Relation zu bearbeiten, die aus hunderten Teilrelations besteht.
  • Ein Motto von OpenStreetMap ist „Nicht für die Darstellungen kartieren“. Wenn die Aufteilung in Teilrelationen logisch erscheint, sollte der mangelnde Support in den Darstellungen und Werkzeugen nicht davon abhalten, dies zu tun.
  • Man muss auch alle Super-Relationen einer Relation laden, um Informationen über sie herauszufinden (da die Teilrelationen selbst ja nicht mit Attributen versehen sein müssen). Dadurch wird der Aufwand erhöht.
  • Es ist offensichtlich, Super-Relations zu verwenden, wenn eine Route vollständig Teil einer anderen ist (zum Beispiel ist die deutsche Donau-Route D6 vollständig Teil der EuroVelo-Fluss-Route EV6). Wenn EV6 jetzt aber in einem anderen Land nur einen Teil einer existierenden Route mitbenutzt, muss man sowieso Teilrelationen erstellen, da man sonst mit Relations endet, die sowohl Wege als auch Subrelationen enthalten.
  • Man muss nur die Route kennen, die man gerade kartiert. Wenn jemand die deutsche D6-Route vervollständigt, muss er nicht von der EV6-Route wissen (für die es in vielen Regionen auch gar keine Schilder gibt), da diese als Super-Relation automatisch mitvervollständigt wird. Das passt besser ins OSM-Konzept: Wenn jeder den Teil der Welt kartiert, den er kennt, entsteht irgendwann eine vollständige Weltkarte.

Im Moment scheint es vernünftig zu sein, Teilrelationen zu verwenden, wenn das gemeinsam genutzte Wegstück relativ lang ist. Für eine nationale Fahrradroute ist es ein guter Anfang, Teilrelationen für Stücke anzulegen, die für mehr als 20 Kilometer Teil zweier Routen sind. Bei kürzeren Stücken werden einfach die Wege selbst zu beiden Relations hinzugefügt (erste Methode). Möglicherweise kann man bei seiner Entscheidung zwischen den beiden Methoden auch auf die Anzahl der Weg-Objekte in OpenStreetMap schauen, bei einer Autobahn-Relation zum Beispiel ist es weniger sinnvoll, Teilrelationen anzulegen, wenn diese nur aus wenigen, sehr langen Weg-Objekten besteht. Fahrrad-Routen hingegen führen oft durch Städte hindurch, und wenn man die erste Methode wählt und die Wege einzeln zu den Routen hinzufügt, muss man sehr viele kleine Weg-Objekte zu den Relations hinzufügen, was deutlich mehr Arbeit ist.

Ein anderes Entscheidungskriterium ist, ob die Routen nur „durch Zufall“ zusammenfallen. Wenn es wahrscheinlich ist, dass bei einer Änderung der einen Route die andere so bleibt, wie sie ist, ist es nicht angemessen, eine Teilrelation anzulegen, die man zu beiden Routen hinzufügt.

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