Berlin/Verkehrswende/Gehwege

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Gehweg und Querungsstelle.

Diese Seite bietet eine Anleitung zum separaten Mappen von Gehwegen in OSM und veranschaulicht anhand typischer Beispiele aus Berlin die Verwendung eines erweiterten Tagging-Schemas, um Gehweg-Eigenschaften detalliert zu erfassen.

Diese Seite ist zur Zeit noch in Arbeit. Ergänzungen und Kritik gern gesehen!

Mapping und Tagging separat erfasster Bürgersteige

Vorsicht: Wenn du Gehwege separat mappen möchtest, solltest du dir auf jeden Fall sicher sein was du tust und sehr sorgfältig vorgehen. Denn im schlimmsten Fall verschlechtern schlecht gemappte separate Wege den Zustand der OSM statt ihn zu verbessern! (Ein Beispiel, was beim separaten Mapping schief gehen kann, ist hier zu finden.)

Schematische Darstellung separat gemappter Gehwege und Querungsstellen an einer Kreuzung.
Legende:
Caption highway-footway-sidewalk.png Gehwege (highway=footway + footway=sidewalk)
Caption highway-footway-crossing.png Querungen (highway=footway + footway=crossing)
Caption highway-crossing.png Querungsknoten (highway=crossing + crossing=..., siehe unten)
Caption kerb.png Bordstein (barrier=kerb + kerb=*).

Gehwege/Bürgersteige

  • Ziehe eine Linie entlang der Bürgersteige einer Straße und tagge diese mit highway=footway + footway=sidewalk.
  • Ergänze sidewalk:both=separate an der parallelen Straßenlinie, wenn an beiden Seiten ein Bürgersteig vorhanden ist – oder nutze sidewalk:left=* und sidewalk:right=* mit den Werten separate und no, falls die Straße nur auf einer Seite einen Bürgersteig hat. Wenn an der Straßenlinie bereits Gehweginformationen mit sidewalk=both/left/right erfasst waren, solltest du diese entfernen bzw. ersetzen, um doppelte Informationen zu vermeiden.
  • Optional empfohlen: Ergänze die Klassifikation und den Namen der angrenzenden Straße mit is_sidepath:of=* (z.B. secondary oder residential) und is_sidepath:of:name=*. Damit wird auf einfache Weise eine Beziehung zwischen dem Gehweg und "seiner" Straße hergestellt – beispielsweise können Routing-Anwendungen darauf zurückzugreifen um den Straßennamen anzuzeigen oder um Optionen wie "Hauptstraßen vermeiden" zu bedienen.
  • Optional empfohlen: Ergänze foot=use_sidepath an der Straßenlinie, wenn die Bürgerstreige entlang des gesamten Verlaufs der Straße separat erfasst und an Querungsstellen mit dem Straßennetz verbunden sind – es also entlang der gesamten Straße möglich ist, Fußgängerrouting über diese separaten Gehwege statt über die Straßenlinie selbst zu führen.

Kreuzungen, Querungsstellen und Verbindungen

  • Trenne die Gehweglinien in Kreuzungsbereichen auf und tagge diese Querungen mit highway=footway + footway=crossing. Ergänze nach Möglichkeit weitere Kreuzungs- und Querungsdetails (siehe unten).
  • Wichtig: Achte unbedingt darauf, dass es dort, wo sich Gehwege und Straßenlinien kreuzen, gemeinsame Knoten/Nodes gibt! Achte auch darauf, dass es gemeinsame Knoten mit allen einmündenen und kreuzenden Wegen, Einfahrten, Radwegen etc. gibt und es am Anfang und am Ende einer Straße Verbindungen der separat erfassten Gehwege zur Straße gibt (wenn diese in der Realität vorhanden sind). Diese Verbindungen sind essentiell für ein funktionierendes Routing über das separate Wegenetz!
  • Füge weitere baulich vorhandene oder logische Verbindungen und Anschlussmöglichkeiten zwischen Straße und straßenbegleitenden Wegen ein – z.B. an sonstigen Querungsmöglichkeiten wie Gehwegvorstreckungen (siehe unten) oder im Bereich gegenüberliegender Einmündungen/T-Kreuzungen – und achte darauf, dass alle Linien miteinander verbunden sind.

Bordsteinkanten

  • Füge dort, wo ein Gehweg über eine Bordsteinkante führt, einen Punkt auf der Gehweglinie ein und ergänze dort nach Möglichkeit einen Wert für kerb=* (abgesenkt oder erhöht).
  • Sind Bordsteinkanten/Querungen mit taktilen Boden- bzw. Blindenleitsystemen ausgestattet, mappe diese mit tactile_paving=* am Bordsteinpunkt. Seltener sind ganze Wegabschnitte mit taktilen Leitsystemen ausgestattet (Beispiel) – in solchen Fällen mappe tactile_paving=* auch an der entsprechenden Wegelinie.
  • Wer Zeit hat, kann Bordsteinkanten darüber hinaus als Linien entsprechend ihres Verlaufs mit barrier=kerb mappen – durchaus eine wichtige Information zur Abgrenzung von Fahrbahnbereichen.

Weitere Detailinformationen

Breite typischer Gehwegsteine in Berlin zur einfachen Breitenschätzung: H-/Doppel-T-Verbundpflasterstein (Breite lange Seite: 20 cm) und Berliner Platte (im 45-Grad-Winkel verlegt, 50 cm breit). In einigen Bezirken typisch sind auch die 1 Meter breiten historischen Granitplatten, siehe Wikipedia: Gehwegplatte

Statte die Gehwege- und Querungslinien nach Möglichkeit mit weiteren Informationen aus:

  • width=*: Gehwegbreite (möglichst vor Ort messen oder anhand der Breite von Gehwegsteinen abschätzen: siehe Abbildung). Gemeint ist die nutzbare Breite des Gehweges, also abzüglich von Randstreifen und anderen Bereichen, die durch Straßenlaternen, Baumscheiben oder sonstige Straßenmöbel, Gehwegeinbauten und Objekte keine durchgehende Nutzung zulassen. Ist die Breite des Weges bzw. Wegesegments nur an einer Stelle eingeschränkt – z.B. neben einem alleinstehenden Baum, Stromkasten, Außengastronomie o.ä., oder auch durch Poller (barrier=bollard) – kann die abweichende Breite durch einen Punkt mit maxwidth:physical=* angegeben werden.
  • surface=*: Belag des Weges – bei Querungen der Belag im Bereich der Querung bzw. kreuzenden Fahrbahn (bei abwechselnden Belägen der qualitativ schlechteste)
  • smoothness=*: Oberflächenqualität/Ebenheit des Weges
  • lit=*: Beleuchtung bei Dunkelheit

Wichtigste Regel: Alle tatsächlich vorhandenen Verbindungen zwischen Wegen herstellen

Generell ist es hilfreich, beim Mappen separater straßenbegleitender Wege stets "wie ein Router" zu denken: "Wie würde ich in der Realität von A nach B laufen/fahren? Ist dieser Weg aus den OSM-Daten ableitbar?" Noch besser ist es, dabei auch andere Nutzergruppen zu berücksichtigen: "Wie würde jemand im Rollstuhl/ein blinder Mensch/jemand mit einem Kinderwagen von A nach B kommen? Sind Wegeverbindungen und Hindernisse aus den Linien- und Knoteneigenschaften (Bordsteine, Breite, Oberfläche, access=*-Werte wie wheelchair=* etc.) ableitbar?"

Eine von einigen Mappern geäußerte Kritik an der separaten Kartierweise ist, dass es zu Fehlern oder großen Umwegen im Routing kommen kann, wenn solche Verbindungen fehlen. Oft treten solche Probleme an T-Kreuzungen oder einseitig abbiegenden Wegen auf. Grundsätzlich sollten überall dort querende Verbindungen in OSM geschaffen werden, wo es bauliche Hinweise auf Querungsmöglichkeiten gibt. Dazu kann z.B. eins der folgenden baulichen Merkmale gehören – manche klar und auffällig, andere eher unauffällig: Eine Mittelinsel oder Markierungen, eine Gehwegvorstreckung, ein Hindernis wie Poller, um Gehwege, Fahrbahn oder Sichtachsen freizuhalten, ein abgesenkter Bordstein oder andere Bordsteingestaltungen, die Gestaltung der Pflasterung des Gehwegs...

An Kreuzungen ergibt sich außerdem von selbst, dass gegenüberliegende Gehwege über die Fahrbahn hinweg miteinander verbunden sind – unabhängig davon, ob beispielsweise Bordsteine tatsächlich abgesenkt sind. Besonders an T-Kreuzungen kann es dabei jedoch passieren, dass eine Querungsmöglichkeit auf einer Straßenseite von parkenden Autos verstellt ist, was für einige Nutzergruppen ein unüberwindbares Hindernis darstellen kann. Gibt es andere Querungsmöglichkeiten in der Nähe, solltest du in solchen Fällen auf eine Verbindung verzichten. Gibt es in der Umgebung keine anderen Querungsstellen, solltest du die eingeschränkte Nutzbarkeit einer solchen (logischen) Querungsmöglichkeit verdeutlichen, wofür wir einen Punkt im Bereich des Parkstreifens mit barrier=parking_lane vorschlagen. (Hinweis: Die in solchen Situationen üblicherweise nicht abgesenkten Bordsteinkanten werden mit kerb=raised zusätzlich erfasst, was ein eindeutiger Hinweis im Routing für z.B. Rollstühle ist, solche Querungen zu meiden.)

Die folgenden Grafiken demonstrieren einige typische Kreuzungssituationen und wie dabei sinnvolle Verbindungen hergestellt werden können.

T-Kreuzung mit separat gemappten Gehwegen

T junction separate sidewalks.png

Die Caption highway-footway-sidewalk.png Gehwege (highway=footway + footway=sidewalk) sind untereinander mit baulichen oder logischen Caption highway-footway-crossing.png Querungen (highway=footway + footway=crossing) versehen (beachte die oben genannten Hinweise zu Kreuzungen, die mit parkenden Fahrzeugen verstellt sind). Die Caption highway-crossing.png Art der Querung kann mit highway=crossing + crossing=* genauer spezifiziert werden – an Nebenstraßen meist crossing=unmarked. Mit Caption kerb.png kerb=* kann die Art des Bordsteins (erhöht/abgesenkt) angegeben werden.

T-Kreuzung mit nur teilweise separat gemappten Gehwegen

T junction sidewalk link.png

Haben nicht alle Straßen separat gemappte Gehwege, ist eine Caption highway-footway-link.png direkte Verbindung notwendig, wenn diese in der Realität möglich ist (sich beispielsweise kein Grünstreifen oder eine andere Barriere zwischen Gehweg und Fahrbahn befindet). Auch dafür kann eine virtuelle Verbindung (highway=footway + footway=link) genutzt werden. Ist eine Querungsstelle mit baulichen Merkmalen vorhanden (z.B. Bordsteinabsenkungen, Gehwegvorstreckungen, Markierungen), sollte die Linie stattdessen am Ort dieser Querungsmöglichkeit zur anderen Straßenseite verlaufen und wie üblich mit footway=crossing (und einem gemeinsamen Knoten mit der Straße mit highway=crossing) gekennzeichnet werden.

Physische, nicht zum queren geeignete Separierung

T junction no sidewalk link.png

Keine Verbindungen werden gemappt, wenn vor Ort auch kein reguläres Queren möglich ist: Beispielsweise, wenn ein (nicht unterbrochener) Grünstreifen zwischen Straße und Gehweg verläuft. Wie auch (offiziell) in der Realität muss die Straße im Routing an anderer Stelle überquert werden. Spezielle, aber nicht seltene Fälle sind z.B. Trampelpfade über einen Grünstreifen (oder die oben genannten parkenden Fahrzeuge): Hier muss wohl jede Mapperin und jeder Mapper selbst ein Gefühl entwickeln, wann eine Verbindung gezogen werden sollte und wann besser nicht. In jedem Fall sollte aus den Eigenschaften hervorgehen, für welche Nutzergruppen ein Weg/ein Pfad geeignet ist und für welche nicht (ein Router für Menschen im Rollstuhl sollte z.B. einen Trampelpfad mit highway=path + informal=yes + surface=ground meiden).

Querungsstellen

Orte, an denen Fußgänger bzw. Fußwege eine Straße queren, werden in OSM mit highway=crossing gekenntzeichnet. Dazu gehören in erster Linie bauliche Querungsstellen: Von Zebrastreifen und Ampelkreuzungen (also Übergängen mit Markierungen auf der Fahrbahn) bis hin zu Gehwegvorstreckungen oder abgesenkten Bordsteinen (also nicht auf der Fahrbahn markierten Querungen). Auch Querungen, die sich an Straßenkreuzungen aus der Verbindung gegenüberliegender Gehwege ergeben, werden auf diese Weise getaggt – in diesem Fall auch, wenn dort keine besonderen baulichen Merkmale vorhanden sind.

Achtung: An Einfahrten (highway=service), die einen Gehweg kreuzen, wird highway=crossing nicht verwendet, da es sich nicht um eine Querungsstelle über eine Straße handelt (sondern hier im Gegenteil Fahrzeuge über einen Gehweg fahren und der Fußverkehr Vorrang hat).

Gehweg-Übergänge und ihre baulichen Merkmale können genauer spezifiziert werden. Das ist mit oder ohne separates Gehwege-Mapping möglich.

Tagging verschiedener Typen von Querungsstellen

Zebrastreifen

Zebrastreifen Morusstraße.jpg


Übergang mit Ampel

Ampelübergang mit Mittelinsel Hermannstraße.jpg


Gehwegvorstreckungen

Gehwegvorstreckung Juliusstraße.jpg

Gehwegvorstreckungen (en:Wikipedia) sind verkehrsberuhigende bauliche Maßnahmen, bei denen der Gehweg in einem kurzen Abschnitt in den Bereich des Straßenraums bzw. der Parkspur ausgeweitet wird. Fußgänger müssen beim Queren eine kürzere Distanz zurücklegen, zudem sehen sich die Verkehrsteilnehmer ohne parkende Autos besser.

Befindet sich nur auf einer der beiden Fahrbahnseiten eine Gehwegvorstreckung, wird crossing:kerb_extension=left bzw. crossing:kerb_extension=right verwendet – entsprechend der Linienrichtung der Straßenlinie, auf der der Punkt liegt (Achtung: Ist die Straßenlinie an diesem Punkt aufgetrennt, unbedingt darauf achten, dass beide Linien in die gleiche Richtung weisen).

Fahrbahnverengungen:
Gehwegvorstreckungen erstrecken sich meist nur in den Bereich der Parkspur. Wird auch die eigentliche Fahrbahn für den fließenden Verkehr verengt, sollte statt dessen traffic_calming=choker verwendet werden.


Querungsstelle mit sonstigen Markierungen

Crossing marked kerb extension.jpg

Außer Zebrastreifen oder Ampelkreuzungen mit gestrichelten Linien gibt es manchmal auch andere Querungsstellen, die über die gesamte Straßenbreite an Markierungen erkennbar sind, z.B. farbige Pflasterungen oder Sondermarkierungen. Der fließende Verkehr hat hier zwar – je nach Straßenkategorie – Vorrang, aber die Möglichkeit querender Fußgänger ist dennoch deutlicher erkennbar.


Markierung einer Querungsstelle am Fahrbahnrand

Gehwegübergangsmarkierung Ilsestraße.jpg

Für Querungen, die zwar nicht im Bereich des fließenden Verkehrs (in der Straßenmitte), aber am Fahrbahnrand mit Markierungen versehen sind. Werte für crossing:buffer_marking=*: both für Markierungen an beiden Straßenseiten, left/right für einseitige Markierungen (je nach Linienrichtung der Straße, vgl. oben: Gehwegvorstreckungen), yes wenn nicht weiter bestimmt/erkennbar.


Transportüberweg, Bordsteinrampe

Transportüberweg BSR CC BY SA flickr by onnola.jpg

Transport- und Übergangsrampen, um Querungen für die Müllentsorgung, Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer frei zu halten. Werden in Berlin durch die Berliner Stadtreinigung (BSR) aufgestellt.


Querung ohne Markierung oder bauliche Anlage

Unmarkierter Überweg Allerstraße.jpg

Anmerkung: Unmarkierte, "informelle" Querungen dieser Art in Kreuzungsbereichen sollten nur dort gemappt werden, wo separat kartierte Gehweglinien eine Straße queren.

Weitere Eigenschaften von Querungen

  • Taktile Bodenleitsysteme tactile_paving=* werden – bei vorhandenen separaten Gehwegen bzw. Querungslinien – nach derzeitigem Stand der Diskussion sowohl an den separaten Bordsteinen (kerb=*) als auch dem Kreuzungsknoten (highway=crossing) getaggt.
  • Für Querungsstellen, die randseitig mit Pollern oder anderen Hindernissen geschützt sind (aber keine Bodenmarkierungen haben), gibt es den Vorschlag crossing:buffer_protection=* (ähnlich wie crossing:buffer_marking=* für randseitige Markierungen). --Supaplex030 (talk) 22:40, 29 October 2021 (UTC)

Tagging-Beispiele (schematisch)

Zebrastreifen

Crossing zebra.png


Gehweg-Vorstreckung

Crossing choker.png


Bodenmarkierung an Querungsstelle

Crossing buffer markings.png


Querung mit Mittelinsel und Bodenmarkierung

Crossing island buffer markings.png


Kreuzung ohne markierte Querung

Sidewalk mapping residential crossing.png


Kreuzung ohne markierte Querung (mit Radweg)

Junction residential unmarked cycleway.png

Die Knotenpunkte zwischen Rad- und Gehwegen werden nicht mit crossing=* markiert, da diese „Kreuzungen“ bereits durch die crossing-Tags im weiteren Verlauf des Weges abgebildet sind: Ein Radfahrender vor Ort überquert die Fußgängerfurt und die Straße „in einem Rutsch“ (und ein Routing-Algorithmus soll hier beispielsweise nur an einer Stelle eine Wartezeit einberechnen).


Kreuzung ohne markierte Querungen (mit endendem Radweg)

Junction residential cycleway ends.png


Kreuzung ohne markierte Querungen, aber mit gekennzeichnetem Radwegübergang

Junction T marked cycleway.png


T-Kreuzung mit Ampel und Radweg

Junction T traffic signals.png

Achtung: Für linksabbiegenden Radverkehr muss ein (routingfähiger) Anschluss Caption highway-cycleway-linke.png zwischen Radweg und Straße hergestellt werden! Dieser kann entweder mit einer Anschlusslinie zwischen einmündender Straße und Radweg (mit highway=cycleway) oder – im Prinzip exakter – bicycle=*=yes/dismount an allen Gehwegabschnitten zwischen Radweg und einmündender Straße erzielt werden.


Ampelkreuzung mit mehrspuriger Straße und Mittelinseln

Junction traffic signals.png


Tagging-Beispiele (real)

Kreuzungsbereich Gehwegübergang ohne Kennzeichnung Bürgerstraße.jpg
highway = crossing
crossing = unmarked
tactile_paving = no
Zebrastreifen Morusstraße.jpg
highway = crossing
crossing = marked
crossing_ref = zebra
crossing:kerb_extension = both
lit = yes
tactile_paving = yes
Ampelübergang mit Mittelinsel Hermannstraße.jpg
highway = crossing
crossing = traffic_signals
crossing:island = yes
button_operated = yes
tactile_paving = yes
Gehwegvorstreckung und traffic calming.jpg
highway = crossing
crossing = unmarked
traffic_calming = table
crossing:kerb_extension = right
tactile_paving = no
Gehwegvorstreckung Boddinplatz.jpg
highway = crossing
crossing = unmarked
crossing:kerb_extension = both
tactile_paving = incorrect
Gehwegübergangsmarkierung Ilsestraße.jpg
highway = crossing
crossing = unmarked
crossing:buffer_marking = both
tactile_paving = no
Gehwegvorstreckung einseitig Glasower Straße.jpg
highway = crossing
crossing = unmarked
crossing:kerb_extension = left
tactile_paving = no
Einseitige Fahrbahnverengung Gehwegvorstreckung Bürgerstraße.jpg
highway = crossing
crossing = unmarked
traffic_calming:left = chicane
tactile_paving = yes
Überwegmarkierung Bürgerstraße.jpg
highway = crossing
crossing = marked
crossing:buffer_marking = both
tactile_paving = no

Besser an separater Überweglinie:

surface = paving_stones
surface:colour = red

Exkurs: Warum straßenbegleitende Wege separat mappen?

Das separate Erfassen straßenbegleitender Geh- und Radwege wird in der OSM-Community kontrovers diskutiert. Dabei stehen sich zwei Auffassungen gegenüber: Einerseits die, dass Informationen zu straßenbegleitenden Wegen besser an der Straße selbst gemappt werden sollten, da diese Wege Bestandteil der Straße sind, das Straßennetz für Routing-Anwendungen ausreicht und Straßen für die meisten Fußgänger jederzeit überquert werden können. Dem gegenüber wird argumentiert, dass mit separat gemappten Wegen geometrische Aspekte des Wegeverlaufs und wegespezifische Details (Oberflächenqualität, Breite, Bordsteindetails, Zugangsbeschränkungen...) wesentlich besser und exakter erfasst und wiedergegeben werden können und Anwendungen möglich werden, die ohne separate Erfassung nicht oder nur ungenügend realisierbar sind.

So ermöglicht die auf dieser Seite erläuterte Mapping-Praxis eine fortgeschrittene Fußgängernavigation und detaillierte Analysemöglichkeiten von Verkehrsinfrastrukturen. Konkrete Möglichkeiten sind beispielsweise:

  • genaue barrierefreie Navigation z.B. für Menschen im Rollstuhl, mit Kinderwägen oder Menschen mit Sehbeeinträchtigungen,
  • gezieltes/lagegenaues Routing über komplexe Kreuzungen oder "von Tür zu Tür",
  • Qualitätsanalysen, wenn Details wie Gehwegbreiten oder Oberflächen kartiert sind,
  • hochaufgelöstes Rendering (vgl. z.B. die Neuköllner Straßenraumkarte),
  • bis hin zu geo-räumlichen Analysen wie die Beantwortung der Frage, wie schattig ein Gehweg ist.

Verfügbare Datenquellen

Wie immer gilt: Nicht ungeprüft von den Quellen abzeichnen, sondern auf aktuellen Mapillary- oder Luftbildern und am Besten nartürlich vor Ort prüfen!

Projekte mit Gehweg-Bezug

  • OpenSidewalks – OSM-basierte Mapping- und Dateninitiative eines Instituts der University of Washington zur Verbesserung des Fußgänger-Routings, auch unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit
  • Gehweg-Breiten-Projekte/-karten aus Wien, New York und Berlin (basieren nicht auf OSM, mehr jeweils auf der Diskussions-Seite)
  • Routago (OSM-basierter Fußgänger- und Barrierefreiheitsrouter) – Demosystem
  • Straßenraumkarte Neukölln – hochaufgelöstes OSM-Rendering des öffentlichen Straßenraums im Berliner Bezirk Neukölln inkl. Geh- und Radwege