DE:Tag:highway=trunk

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+/- highway=trunk

Ein Beispiel für highway=trunk

Beschreibung

Gut ausgebaute Straße, aber keine Autobahn. Typischerweise unter zentraler Verwaltung.

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Kann nicht auf Knoten befestigt werden Kann Linien zugeordnet werden Kann nicht auf Flächen befestigt werden Unknown or not included in the template

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Contents

Definition für Deutschland

Zeichen 333-21.svg
Laut VwV-StVO darf das gelbe bzw. weiße Ausfahrt Schild nur an autoahnähnlichen Straßen aufgestellt werden und ist damit ein sicheres Anzeichen für einen Trunk.
"Gelbe" Ausfahrt von einer autobahnähnlichen Strasse, hier Landesstrasse 418

Eine Autobahnähnliche Straße (Wikipedia) ist eine Straße, die in Ausbauweise und Beschilderung einer Autobahn ähnelt. Manche OSM-Werkzeuge (z.B. JOSM) benutzen wegen der Kürze und des österreichischen Einflusses den Begriff Schnellstraße. Im Amtsdeutsch heißt sie "Autobahnähnlich ausgebaute Straße". Die Beschilderung dieser Straßen sollte den Richtlinien für die wegweisende Beschilderung außerhalb von Autobahnen (kurz RWB) entsprechen.

Solch eine Straße muss von hoher Verkehrsbedeutung sein und im Regelbetrieb eine Fahrt ohne Anhalten sicherstellen. Bei Bundes- oder anderen überörtlichen Straßen kommt eine gelb-schwarze sowie an Innerortstraßen bisweilen weiß-schwarze Beschilderung zum Einsatz, die sich ansonsten von der blau-weißen der Autobahnen kaum unterscheidet. Zumindest jede derart beschilderte Straße ist amtlicherseits offiziell als autobahnähnliche Straße verifiziert. Insbesondere das gelbe oder weiße "Ausfahrt" — Schild macht deutlich, dass es sich hierbei um ein geschlossenes und von äußeren Einflüssen abgeschirmtes System handelt, das man hier verläßt. Laut Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) (Gesetzestext) dürfen diese nur an autobahnähnlichen Straßen aufgestellt werden und sind somit ein sicheres Anzeichen für das Vorliegen eines Trunk.

Neben der hohen Verkehrsbedeutung und einer in aller Regel entsprechenden Aufnahmekapazität sind so beschilderte Straßen kreuzungsfrei (höhenfrei) sowie anbaufrei ausgeführt und haben getrennte Richtungsfahrbahnen. Diese Trennung muss nicht notwendigerweise baulich, sondern kann auch durch ununterbrochene Doppelstreifen angeordnet sein. Folglich müssen sie für jede Richtungsfahrbahn getrennte autobahnähnliche Ein- und Ausfahrohren aufweisen. Somit müssen also mindestens zwei solche Anschlussstellen bestehen, um den dazwischen liegenden Straßenabschnitt als Trunk kennzeichnen zu können. Zudem halten autobahnähnliche Straßen durch Mehrspurigkeit Überholmöglichkeiten vor. Ampeln und Eisenbahnübergänge sind nicht zulässig, da sie auf eine Kreuzung hinweisen. Wenn Fahrräder oder Fußgänger zugelassen sind, haben solche Straßen hierfür meist baulich getrennte Wege. Kleinere Städte werden zumeist umgangen, während größere Städte durchaus auch von innen erschlossen werden.

Im Hinblick auf eine Routenplanung ist es natürlich sehr sinnvoll, die wegen ihrer Leistungsfähigkeit amtlicherseits autobahnähnlich beschilderten Straßen als trunk zu taggen, da der Routenplaner oder das Navigationssystem zunächst einmal nach Autobahnen, dann nach trunk und dann nach primary sucht.

Die große Mehrheit der autobahnähnlichen Straßen ist als Kraftfahrstraße ausgewiesen. Dennoch bitte nicht mit einer Kraftfahrstraße (motorroad=yes) verwechseln und nur wegen des Kfz-Straße-Schildes primarys zu trunks machen! Hier kann bei einem Trunk das motorroad=no sinnvoll sein, um auf diese seltene Eigenschaft aufmerksam zu machen. Man beachte, dass im Osmarender (andere Renderer werden sicherlich folgen) alle Kraftfahrstraßen (motorroad=yes) einen Saum in Autobahn- (Motorway)-Blau erhalten. Dies gilt natürlich auch für Trunks. Dieser Trunk ist nur auf der rechten Seite Kraftfahrstraße, links jedoch nicht.

Die RWB wurden im Jahre 2000 eingeführt. Nach Auskunft der für die Umsetzung verantwortlichen Landesstraßenbauämter in NDS, NRW und Hessen sollte diese auch in den anderen Bundesländern weitgehend zur Anwendung gekommen sein. Es ist allerdings möglich, dass einige, insbesondere ältere Straßen als autobahnähnlich eingestuft sind, diese aber (noch) nicht als solche beschildert wurden. Hier muss der Mapper die Entscheidung nach den oben erwähnten Merkmalen treffen.

Beschilderung

autobahnähnlich beschilderte Ausfahrt

Beschilderungsvergleich zwischen Autobahn sowie autobahnähnlicher Bundes- und Innerortstraße in der üblichen Reihenfolge an Ausfahrten. Im amtlichen Sprachgebrauch werden die Begriffe blaues, gelbes bzw weißes System benutzt.

Insbesondere die zweite Reihe macht deutlich, warum autobahnähnliche Straßen im Volksmund auch "Gelbe Autobahn" genannt werden. Eine Videofahrt auf einer so beschilderten Straße findet sich hier (Beschilderung ab 1:40). Oben ist nur die Reinform gezeigt. Die verschiedenen Farben können gemischt eingebracht sein. Bei Trunks ist häufig das Kfz-Straße -Schild eingepflegt. Die reinweiße Variante kommt mitunter dann zur Anwendung, wenn die Straße (bisweilen auch bei einer hier nicht sichtbar werdenden Bundeswidmung) in der Verantwortung von Großstädten steht.

Die RWB müssen käuflich erworben werden. In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) (Gesetzestext) finden sich zwei Textstellen zur Beschilderung:

Zeichen 432

Damit ist die bisher gängige Praxis auf OSM zur Identifikation von autobahnähnlichen Straßen nunmehr auch amtlich belegt.

Aus diesem Dokument (Seite 5) ist zu entnehmen, dass hierbei auch Kostenüberlegungen für den Auf- bzw Abbau der Schilder Thema sind. Das läßt hoffen, dass auch bei Altstraßen bald eine weitgehend einheitliche Beschilderung vorliegt.

Am Rande bemerkt sei hier, dass autobahnähnliche Straßen relevant für den Transport umweltgefährlicher Güter sind. Denn solche Transporte sollen in Abwesenheit von Autobahnen bevorzugt solche Straßen nutzen. Spätestens hier wird deutlich, das man amtlicherseits den autobahnähnlichen Straßen eine erhöhte Sicherheit zuschreibt. Auch von dorther dürften sich die oben genannten Bemühungen um eine eindeutige Kennzeichnung begründen.

Straßen im 2 + 1-System

2+1-vaeg-2.svg

Das 2 + 1-System (deutsche Wikipedia, englische Wikipedia) stellt eine neuere Schnellfahrvariante einer kreuzungsfreien Kraftfahrstraße mit getrennten Richtungsfahrbahnen sowie autobahnähnlichen Auf- und Abfahrten dar. Diese Straßen erhöhen gegenüber 1 + 1 Straßen den möglichen Durchsatz an Kraftfahrzeugen weniger, erlauben aber insbesondere bei hoher Frequentierung eine deutlich höhere Reisegeschwindigkeit. Auch solche Straßen sind teilweise mit der autobahnähnlichen Beschilderung (siehe oben) versehen. Hier verlaufen die Fahrtrichtungen im Wechsel für ca. 1,5 bis 2 km zweispurig, während die Gegenrichtung nur eine Spur besitzt. Die Richtungsfahrbahnen gelten wie bei Autobahnen als strikt getrennt. Eine Nutzung der Gegenfahrbahn sowie deren Auf- und Abfahrten ist verboten. Allerdings sind sowohl die Beschilderung als auch die Straßenmarkierung äußerst aufwendig, da jeder 2 ↔ 1-Wechsel mehrfach angekündigt werden muss.

Nachdem diese Straßen zunächst "aufgebohrte" 1+1 Straßen waren, werden sie heute vermehrt bewusst in dreistreifiger Gesamtbreite geplant und gebaut (sogenannter Regelquerschnitt 15,5), wenn eine 1+1 Straße als Fernverbindung nicht ausreicht, eine Autobahn aber selbst bei dem hohen deutschen Ausbaustandard (z.B. in ländlichen Gebieten) nicht angemessen wäre. Zusammen für beide Fahrtrichtungen hat eine solche kreuzungsfreie Straße durchgängig dreistreifige Gesamtbreite, getrennte Richtungsfahrbahnen, beidseitige Ein- und Ausfahrohren und ist zumeist als Kraftfahrstraße ausgewiesen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist zumeist einheitlich für beide Fahrtrichtungen festgelegt, gegebenenfalls durch zusätzliche Beschiderung. Gängige Werte liegen zwischen 100 km/h bis 120 km/h. Seit der Einführung dieser Straßen in Deutschland wird anhand der praktischen Erfahrungen daran geforscht, wie die Ausgestaltung und insbesondere die Längen der Überholabschnitte Sicherheit und mögliche Reisegeschwindigkeit erhöhen können. Für denjenigen, der solche Straßen in Deutschland nicht kennt, finden sich umfangreiche Infos, Untersuchungen, Fotos und Literaturquellen in dieser Dissertation aus dem Jahre 2008.

Straßenverkehrsordnung (STVO) §3 (3) 2c

Auf jeden Fall werden alle kreuzungsfreien Kraftfahrstraßen mit getrennten Richtungsfahrbahnen und zwei Fahrspuren je Richtung als trunk getaggt. Um sich einen Eindruck von solch einer Straße zu verschaffen, findet sich hier eine Videofahrt mit eingeblendeten Kommentaren auf der vorbildlich gelb/schwarz beschilderten und ausgebauten B 402, was der jüngeren Eröffnung in 2007 geschuldet sein dürfte. Die autobahnähnliche Beschilderung kommt ab 1:40 Minuten ins Bild. Auf solchen Straßen kommt STVO §3 (3) 2c zur Geltung:

(3) Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auch unter günstigsten Umständen
...
   2. außerhalb geschlossener Ortschaften
   ...
     c) für Personenkraftwagen sowie für andere
        Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen
        Gesamtgewicht bis 3,5 t                          100 km/h.
     
        Diese Geschwindigkeitsbeschränkung gilt nicht
        auf Autobahnen (Zeichen 330) sowie auf anderen
        Straßen mit Fahrbahnen für eine Richtung, die
        durch Mittelstreifen oder sonstige bauliche
        Einrichtungen getrennt sind. Sie gilt ferner
        nicht auf Straßen, die mindestens zwei durch
        Fahrstreifenbegrenzung (Zeichen 295) oder
        durch Leitlinien (Zeichen 340) markierte
        Fahrstreifen für jede Richtung haben. 

Zudem gilt eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Gemäß dieser Formulierung gilt dies auch für Straßen im 2 + 2-System mit Doppelstreifen-Trennung sowie im 2 + 1-System mit baulicher Trennung der Richtungsfahrbahnen. In aller Regel wird hier aber die zulässige Höchstgeschwindigkeit durch zusätzliche Beschilderung begrenzt, die dann auch für die einspurigen Abschnitte und somit durchgängig gilt.

Vergleich mit anderen Ländern

Die grüne Einfärbung des Trunks stammt aus UK

In Deutschland ist das Straßennetz eines der besten der Welt. Darum werden hier an einen Trunk erheblich höhere Anforderungen gestellt als in anderen Ländern. Zum Beispiel in UK, dem Geburtsland von OpenStreetMap wurde die grüne Einfärbung des trunk erfunden. Dort sind nämlich die sogenannten "A-Straßen" mit einem grünen Schild gekennzeichnet und nach den dortigen OSM-Regeln als "Trunk" (Wikipedia EN) gemapped. Sie stellen nach den "M-Straßen" (Motorway) die zweite Klasse von Straßen dar. Sie definieren sich über das deutsche Pendant zur Bundestraße, so dass die Straßen auch eine normale Landstraße mit einer Spur je Fahrtrichtung sein können. Ähnliches gilt in den Niederlanden für die "N-Straßen" (Wikipedia NL), die sogar beampelt sein können. Letztendlich sagt diese Art der Einordnung nichts über den Ausbauzustand der Straße aus.

Die in UK und Niederlande als "trunk" gekennzeichneten Straßen würden in Deutschland in etwa den Bundesstraßen entsprechen. Da diese hier in der Regel als "primary" getaggt werden, musste der "trunk" höhere Qualitäten aufweisen und orientiert sich daher an der in Deutschland existierenden offiziellen Einstufung bzw Beschilderung. Dieses Verfahren der Aufnahme der Gegebenheiten (Beschilderung) vor Ort entspricht zudem den Gepflogenheiten auf OSM.

Definition für Österreich

Die in Österreich existierenden Schnellstraßen, abgekürzt S (Wikipedia), werden teilweise als highway=motorway getaggt. Eine explizite Auflistung findet sich unter WikiProject Austria/Schnellstraßen. Alle anderen Schnellstraßen werden als highway=trunk getaggt.

Definition für die Schweiz

Wie man mappt

Der Trunk wird ähnlich gemappt, wie eine Autobahn (siehe dort).

Map dual carriageway.png

Um einen Trunk kartografisch darzustellen, können Sie eine Linie dafür ziehen. Wählen Sie alle Wege aus, die zum Trunk gehören und taggen Sie diese mit highway=trunk. Im Regelfall der getrennten Richtungsfahrbahn sollten Sie eine Linie für jede Richtung erstellen und jede Richtung einzeln taggen. Man achte dabei darauf, dass die Knoten für jede Fahrtrichtung auf derselben Höhe liegen. Dies verbessert die spätere Darstellung in der Karte. Zur Vereinfachung dieser Prozedur ist es beispielsweise im Potlatch möglich, zunächst nur eine Fahrbahn zu zeichnen, und diese durch Betätigen der Taste "P" mit allen Wegpunkten zu doppeln. Verwenden Sie oneway=yes mit der entsprechenden Fahrtrichtung der jeweiligen Richtungsfahrbahn.

Für erweiterte Informationen sollten Sie dem Trunk weitere Schlüssel hinzufügen:

Zudem wird empfohlen, die Bundes-, Land- oder Kreisstraße, zu welcher der Trunk gehört, jeweils einer übergreifenden Relation vom Typ Road hinzuzufügen, die alle zugehörigen Strecken zusammenfasst.

Sonderfälle

Beispiele

klassisches Beispiel

Bild Tags Darstellung mit Mapnik Darstellung mit Osmarender
Dscf0444 600.jpg

highway=trunk
name=Oldenburger Straße
lanes=2
oneway=yes
ref=B 75

Render mapnik trunk.png Render osma trunk.png

Beispiele für die Notwendigkeit eines flexiblen Einordnens von Trunks

Warum man nicht nur nach Schema F (amtliche Straßenklasse) taggen sollte und welche Fallstricke es geben kann (Kraftfahrstraße), soll diese Sammlung von Beispielen aus dem Karlsruher Raum verdeutlichen. In der Bildbeschreibung finden sich Links zur Karte.

Verwandte Begriffe: Autostrasse.

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